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Die Vault

Projekt Safehouse

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Projekt Safehouse ist die Codebezeichnung für ein gigantisches Schutzprojekt. Mit diesem wollte die amerikanische Regierung Vorkehrungen für den Fall eines Atomkrieges treffen.

Geplant war die Errichtung einer großen Anzahl an Schutzräumen, so genannten Vaults, in denen eine ausreichende Anzahl an Personen einen nuklearen Schlagabtausch überleben sollte. Diese Überlebenden sollten anschließend die Vereinigten Staaten wieder aufbauen und "zu alter Glorie" führen. Dabei war jedoch von Anfang an klar, dass nur ein sehr kleiner Anteil der amerikanischen Bevölkerung in diesen Bunkern geschützt werden könnte. Der größte Teil würde im Krieg sterben oder danach in den Ruinen ums Überleben kämpfen müssen.

Da man davon ausging, dass ein nuklearer Krieg auch nach der letzten Detonation negative Auswirkungen über längere Zeiträume haben würde, wurden die Vaults in der Planungsphase darauf ausgelegt, ihre Bewohner über ebenso lange Zeiträume am Leben zu erhalten.

Insgesamt wurden von Vault-Tec 122 Vaults überall in den Vereinigten Staaten errichtet, bevor der Große Krieg am 23. Oktober 2077 in zwei Stunden die menschliche Zivilisation zu Asche verbrannte. Sämtliche Vaults wurden an diesem Tag wie geplant gefüllt und aktiviert.


Allerdings hatte Projekt Safehouse längst einen anderen, moralisch verwerflichen Zweck bekommen. In der US-Regierung und den amerikanischen Wirtschaftseliten war spätestens während der Ressourcenkriege eine geheime Fraktion entstanden, die sich Enklave nannte. Diese Enklave ging davon aus, dass die Erde nach einem Atomkrieg durch die angerichteten Schäden dauerhaft zerstört sein würde. Zudem würden die fossilen Ressourcen, die für den Wiederaufbau benötigt würden, nicht vorhanden sein, hatte die Menschheit doch schon vor dem Krieg alle Ressourcen erschöpft. Ein Wiederaufbau erschien damit unrealistisch. Die einzige Möglichkeit, das Überleben der Menschheit zu sichern, war nach Meinung der Enklave die Besiedelung eines anderen Planeten. Da man nur eine verschwindend geringe Anzahl von Menschen würde evakuieren können, reservierte die Enklave die verfügbaren Plätze in der geplanten Evakuierungsflotte kurzerhand für sich selbst. Allerdings standen keinerlei Daten über die Auswirkungen einer solchen, wahrscheinlich Jahre oder Jahrzehnte dauernden Raumreise zur Verfügung. Weder waren die technsichen Systeme getestet, noch gab es medizinische oder gesellschaftliche Daten über die Langzeitwirkungen von Faktoren wie Strahlung, Isolation, sozialen Konflikten, beengten Lebensverhältnissen und Stress.

Um diese Daten zu erlangen, funktionierte die Enklave bereits in der Planungsphase von Projekt Safehouse dessen Zweck um - jeder einzelne Bunker wurde zu einem Versuchslabor für verschiedene Teilfaktoren der geplanten Raumreise. Die Enklave verwandelte ein Projekt, das dazu gedacht gewesen war, zehntausende Menschen zu retten, in ein perverses Experimentierlabor. Da man die Bewohner der Bunker sowieso nicht würde evakuieren können, gab es auch keinen Grund, in ihnen mehr zu sehen, als menschliche Laborratten. Entsprechend wenig Skrupel kannten die Planer dieser Experimente, bei denen in jeder Vault eine präzise konstruierte Extremsituation geschaffen wurde. Die Vaults wurden auf eine Art und Weise gestaltet, dass von vornherein klar war, dass die Mehrzahl der Bewohner während dieser Experimente auf irgendeine Weise sterben würde. Die Enklave zog sich dann kurz vor dem Großen Krieg auf die geheime, von der US-Pazifikflotte geschütze Ölförderplattform von Poseidon Energy zurück und verbrachte dort die Jahre nach dem großen Krieg damit, ihr Experiment durchzuführen.

Während des nuklearen Schlagabtauschs wurde indes das Bunkerkommunikationsnetzwerk zerstört, so dass die Enklave nur teilweise die Kontrolle über die Vaults hatte. Die Experimente liefen aber auch ohne zentrale Überwachung und damit wurden die meisten Vaults innerhalb kürzester Zeit zu Gräbern ihrer Insassen. Wieder andere wurden von ihren Bewohnern aufgegeben oder von Raidern, Supermutanten oder mutierten Tieren überrannt. Es ist fraglich, ob die Enklave überhaupt in der Lage war, die Experimentdaten der Vaults zu bergen, bevor diese für immer verstummten.

Nur sehr wenige Vaults - meist die so genannten "Kontrollvaults" überstanden die kommenden Jahre. Es ist ein Fall bekannt, Vault 95 bei Boston, in dem der Vault-Aufseher das geplante Experiment sabotierte, weil er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren konnte. Diese Vault, die damit unbeabsichtigt ihren ursprünglichen Zweck erfüllte, existiert auch noch 210 Jahre nach dem Großen Krieg und hat ihre Bewohner all die Zeit geschützt. Ebenso existiert Vault 101 im Ödland der Hauptstadt weiterhin - was dem Umstand zu verdanken ist, dass dort "nur" die Auswirkungen von Langzeitisolation und absoluter Macht des Aufsehers getestet wurden. An der Westküste überstanden Vault 13 und Vault 8, Vault 13 wurde indes von der Enklave zerstört, um Testobjekte für ein weiteres Experiment zu sammeln.

Zusammengefasst war Projekt Safehouse ein Fehlschlag. Ein geplanter Fehlschlag.

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